... Charakterschmiede

 

„budō“ martialischer Weg

 

Aikidō ist ein System von Kampftechniken, deren Beherrschung regelmäßiges und intensives Training verlangt. So wie ein Handwerker sich die Arbeitstechniken seines Berufs in jahrelanger Arbeit aneignen und einverleiben muss, bevor er eventuell kreativ-künstlerisch tätig werden kann, bedarf es auch beim Aikidō eines entsprechenden Trainingsumfangs, bevor man sich kompetent oder Meister seines Fachs nennen kann. So gesehen wird Kampfkunst (engl. „martial arts“) hier zuerst sehr im Sinne von „Handwerk“ benutzt, was auch dem Englischen näher kommt.

Darüberhinaus ist Aikidō ein Weg: Weg ist die wörtliche Übersetzung von „-dō“ (im Sinne von Lebensweg oder auch Methode), womit im Japanischen oft eine philosophisch-mystische Methode zur Persönlichkeitsentwicklung bezeichnet wird.

 

shugyō“ asketische Übungen, spirituelles Training

 

Als philosophisch-mystische Methode zur Entwicklung der Persönlichkeit fördert das Aikidō-Training nicht nur Ausdauer, Beweglichkeit, Fitness und Körperbewusstsein, sondern auch Konzentrations- und Durchhaltevermögen, Selbstdisziplin, Selbstvertrauen (nicht Überheblichkeit!), Aufmerksamkeit, Höflichkeit und innere Ausgeglichenheit, die dem Übenden helfen, gelassener mit anderen Menschen umzugehen bzw. mit dem Stress des täglichen Lebens in einer modernen Gesellschaft besser umzugehen. Zusammen mit dem körperlichen, physischen Gleichgewicht wird also auch das innere, psychische Gleichgewicht trainiert.

(Autor: Max Seinsch)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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